Jiaogulan – Hurra, die Stecklinge wurzeln!

Heureka!

Jiaogulan wurzelnder Steckling

Jiaogulan wurzelnder Steckling

Ich habe versucht, das irgendwie fokussiert zu bekommen (der rote Hintergrund sollte helfen *g*) – auf jeden Fall sieht das schräg nach rechts oben zeigende Stummelchen verdächtig nach Wurzeln aus, eigentlich sind es sogar zwei Würzelchen, yippie! Statt die Fototechnik zu perfektionieren habe ich den Steckling aus seinem Chemiekastenglas erlöst und diesmal ihn normale Blumenerde aus dem Baumarkt gesteckt. Fensterbank, Ostseite, hoffentlich weeeeeeit weg von den vielen kleinen Fliegen, die wohl vom Humus kamen … tja, Naturprodukte. :-)

Jiaogulan Vermehrung durch ausgesetzten Steckling

Jiaogulan Vermehrung durch ausgesetzten Steckling

Noch steht er etwas schief, aber ich hoffe, dass sich das geben wird, der andere Steckling steht wie eh und je tapfer im kleinen Topf, zeigt sich wacker grünlich und ich könnte mir einbilden, da entwächst etwas, was nach Trieben aussieht … aus 2 mach 4 wäre natürlich in Hinblick auf die Eigenverwertung durch Tee fantastisch.

Jiaogulan Steckling Nummer 1

Jiaogulan Steckling Nummer 1

Die Absenker-Methode (siehe hier) habe ich nicht hinbekommen. 1x von der Mutterpflanze getrennt und sofort eingegangen. Stecklingsvermehrung scheint einfacher zu sein (wenn man einen „vitalen“ Trieb abschneidet) und wird von mir wohl auch bevorzugt. 4 leere Reagenzgläser samt Halterung bieten sich förmlich an.
Auch wenn der Humus scheinbar perfekter Nährboden und Sammelpunkt für Fliegen ist (überall schwirren sie umher, wenn man gießt, werden sie aufgeschreckt), die Mutterpflanzen gedeihen prächtig – junge Blätter erscheinen mir sehr viel kleiner und heller, die älteren Blätter sind schon mehrere Zentimeter lang und dunkelgrün.

Jiaogulan Wachstum Mutterpflanze

Jiaogulan Wachstum Mutterpflanze

Jiaogulan alte grosse Blaetter

Jiaogulan alte grosse Blaetter

Die Lage bleibt spannend aber entspannt. Erst mal die Stecklinge beobachten und nebenbei etwas gegen die Fliegen tun.

Jiaogulan: mehr Bilder und Erfahrungswerte

Jiaogulan an Rankhilfe

Jiaogulan an Rankhilfe

Die Rankhilfen werden relativ dankbar angenommen, wenngleich ich immer mal wieder nachhelfen muss, damit das Pflänzchen auch an den Bambusstäben bleibt. Der „forcierte“ Wuchs in die Höhe lässt die Breite und Dichte der Blätter ein wenig ins Hintertreffen geraten (die Bildersuche lässt man manches Tannenbäumchen an Dichtigkeit vor Neid erblassen) aber irgendwann ist die Höhe ja auch mal erreicht, dann wird das hoffentlich üppiger.

Jiaogulan Steckling geniesst die Sonne

Jiaogulan Steckling geniesst die Sonne

Dieser lausige Monat Mai ist viel zu dunkel. Auch wenn ich sehr oft gelesen habe, dass Jiaogulan lieber schattig als sonnig steht ist dieses Wenig an Sonne doch schon sehr… nun ja, wenig. Die Blätter scheinen sich bei starkem Lichtmangel ein wenig einzurollen und schlapp zu wirken, sie hängen dann ein wenig und wirken nicht mehr wie eine geöffnete Hand mit gestreckten Fingern. Durchhalten bis Juni, liebes Grünzeug, das kann nur besser werden, unsere menschlichen Vorräte an Vitamin D dürften ja auch eher leer sein.

Jiaogulan Steckling

Jiaogulan Steckling

Die Sache mit den Stecklingen und Absenkern macht mir noch ein wenig Sorge – den Steckling habe ich sehr wahrscheinlich zu jung und obendrein an einer falschen Stelle abgeschnitten, noch steht er zwar grün und gerade aber ich bezweifle sehr, dass aus diesem Stengel jemals eine Wurzel entwachsen wird. Die Absenker würde ich gerne „bald“ von der Hauptpflanze trennen, weiterhin bin ich skeptisch, ob da überhaupt unter der Erde was gewurzelt hat (weiterhin mit Draht fixiert), ob das die richtige Stelle, der richtige Winkel ist … zumindest wächst es munter weiter und ich konnte in einem Topf eine weitere Pflanze entdecken. Mir fehlt das Fachwort dafür, ich habe nur gelesen, dass man die Vermehrung wohl auch über die sogenannte Wurzelteilung vornehmen kann. Plan B für steht also beziehungsweise gedeiht. :)

Jiaogulan Gesamt

Jiaogulan Gesamt

Wuchshöhe locker 120 Zentimeter, denn so lang sind die Bambusstäbe und deren Ende wurde schon erreicht, jetzt darf sie wieder runter wachsen, rauf und runter und immer wieder drum herum – in 6 Monaten ist mein Jiaogulan bestimmt als Sichtschutz zu gebrauchen. ;)

Weitere Tee-Versuche: die Blätter möchten mir einfach keine Farbstoffe ins Wasser abgeben. Einmal versucht, sie im Ofen zu trocknen. Waren schön bröselig und man konnte sie mit den Fingern in ihre Kleinstteile zerbröseln, haben trotzdem nicht mehr Farbe oder Geschmack (der ist aber vorhanden, wie gehabt mild und lecker gemüsig) ins heiße Wasser abgegeben. Naja, kommt Wartezeit, kommt hoffentlich mehr Aroma ins Blatt. 4 Wochen „Gärtnern“ ist ja auch keine Zeit. :)

Jiaogulan

Als diese Pflanze bei mir ankam, war sie kaum höher als eine ausgestreckte Menschenhand (eine kleine, kleine Menschenhand :-) und hatte eine einstellige Anzahl winziger Blättchen vorzuweisen. Aber satt grün sah sie aus und schien die Reise zu mir gut überstanden zu haben. Ich habe einen mittelgroßen Topf mit normaler Blumenerde und Humus (Verhältnis 50:50) befüllt und ein Fensterbrett Richtung Ostseite als Standort ausgewählt.

Wow. Was kann ich sagen? Ich gieße die Pflanze in Minischlückchen immer mal wieder. Die Erde soll, soweit ich das gelesen habe, feucht gehalten werden aber nicht so triefend nass sein, dass die Pflanze durch Fäule und Schimmel Schaden nimmt. Ein feuchtes Dschungelklima mit Halbschatten… okay, Dschungel ging nicht, aber die Ostseite scheint sie sehr gut zu vertragen, jetzt im April und Mai waren da morgens einige Sonnenstunden am Fenster drin, nicht zu viel, aber auch keine Kellerdunkelheit. Ich gieße lieber öfter und mit weniger Wasser – noch lief nie Wasser in den Untertopf, mir als Laie gibt das Hoffnung, dass die Erde also feucht, aber noch Kapazitäten hat, das Wasser zu halten.

Jiaogulan Blaetter

Jiaogulan Blaetter

Irgendwas muss ich richtig gemacht haben. Aber Jiaogulan ist, so kann man an vielen Stellen lesen, wirklich sehr unproblematisch, fast schon eine perfekte Anfängerpflanze. Einen knappen Monat habe ich sie (es sind 2 Pflanzen) jetzt beobachtet, gegossen und die Blätter sind so zahlreich geworden, die Rankhilfen (ich habe Bambusstäbe und Drahtverbindungen zu „kunstvollen“ Türmen verbastelt) werden fleißig umschlungen und immer wieder muss ich die Pflanze ein wenig zügeln und an die Rankhilfe zurück führen, sonst würde sie mir wahrscheinlich über Nacht den Boden zu wuchern … :-)

Geduld ist zwar eine Tugend, aber meine Freude, endlich eigenen Jiaogulan-Tee ernten und aufgießen zu können war einfach zu groß. Ein wenig ernüchternd musste ich feststellen, dass der intensive, sehr schwer zu beschreibende Geschmack noch nicht wirklich vorhanden war, ebenso die Färbung erinnerte mehr an … warmes Wasser. Geschmacklich war es eher vergleichbar mit Kohlrabi, nicht aufdringlich, nicht unangenehm aber eben nur feinste Nuancen wahrnehmbar – ich konnte aber auch leider nichts Informatives dazu finden, wann man ernten darf oder ob man die Blätter vorher zwingend trocknen muss – das werde ich in den nächsten Wochen ausprobieren. Viel intensiver im Geschmack waren die Blätter, nachdem ich das Teeglas geleert habe, einfach so zerkaut. Ja, selbst nachdem sie mit heißem Wasser in Kontakt kamen und viele Minuten zogen, der Geschmack war scharf, intensiv und kam dem mir bekannten Geschmack schon sehr nahe. Aber holla die Waldfee, die Schärfe war im Tee so nie vorhanden, und die Blättern waren jung und unschuldig und haben im Wasser gelegen – wie das wohl schmeckt, wenn sie „erwachsen“ sind? Auf jeden Fall werde ich die Blätter einmal mit einem Mandarinen-Rucola-Salat bekannt machen oder den Rucola (den ich ähnlich scharf finde) ganz durch Jiaogulanblätter ersetzen; wenn das Wachstum so weiter geht muss ich anbauen, nach draußen umtopfen und andere Plätze finden.

Jiaogulan an der selbstgebauten Rankhilfe

Jiaogulan an der selbstgebauten Rankhilfe

Leider hatte ich bis jetzt noch kein Glück mit einem Steckling. Der Steckling steht in einem Glas mit Wasser, ist seit ungefähr zwei Wochen grün aber so etwas wie Wurzeln konnte ich nicht entdecken, nur die „Schnittstelle“ verfärbt sich etwas bräunlich. Ein gutes oder schlechtes Zeichen? Ich habe noch keine Ahnung, aber so lange sie grün ist und die Blätter nicht hängen lässt, habe ich geduldvolle Hoffnung. Geduld ist bei Jiaogulan sowieso von Vorteil.

Laie wie ich bin habe ich unwissend eine Schere benutzt. Die schlauen Bücher und das Internet raten zu einem scharfen Messer, um nichts zu quetschen oder zu schädigen. Ein zweiter Versuch mit einem Messer wartet jetzt auch im Wasser. (Und ich glaube das Messer war nicht scharf genug … herje, Gärtnerei ist eine Wissenschaft)

Jiaogulan Vermehrung durch Absenker

Jiaogulan Vermehrung durch Absenker

Die Absenker sind auch ungefähr zwei Wochen alt (meine PFlanzenbuchführung ist mein Kopf. Schreiben andere Leute so etwas wirklich auf, führen Buch und Excel-Tabellen?) und sie sind ja noch mit der Mutterpflanze verbunden, wachsen also genauso prächtig und schnell, kleine Stöckchen als Wegweiser, dass sie doch bitte nach oben wachsen sollen werden dankend umrankt – der unter der Erde verborgene Mittelteil wurde mit etwas Draht fixiert. Bewurzelungspulver oder was es nicht alles gibt habe ich nicht benutzt, ob ich das mit den Absenkern richtig gemacht habe (leider fand ich keine Anleitung, die genau auf Jiaogulan und ANFÄNGER :-) zugeschnitten war) werde ich wohl erst wissen, wenn ich den Absenker von der Mutter getrennt habe. Dafür sind mir 2 Wochen aber noch zu kurz… vielleicht schaue ich vorher auch mal nach und schaufle die Erde vorsichtig zur Seite? Abwarten und anderen Tee trinken.

Über die Inhaltsstoffe liest man ja so viele fantastische Sachen, aber ich denke ein wenig gesunde Skepsis darf man sich ruhig bewahren, um nicht enttäuscht zu werden. Sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide sind eine tolle Sache, aber kann ich als Normalsterblicher ohne Labor überhaupt wissen ob die Blätter eine nennenswerte Konzentration aufweisen? „Kraut der Unsterblichkeit“, „Wundersame Anti-Aging-Pflanze“ – hm, das alles sind schillernde Begrifflichkeiten, die hohe Erwartungen und Hoffnungen schüren … aber leider wird mit Hoffnung auch gespielt und Schindluder getrieben. Aber als Laie maße ich mir hier kein in Stein gehauenes Urteil an. Ich weiß nur, dass die Pflanze prächtig wächst, einen mir sehr zusagenden Geschmack hat und hoffentlich bald Tee aus dem Eigenanbau möglich macht, das bringt Abwechslung zum grünen und schwarzen Tee und auch den Kräutertees und Abwechslung war ja schon immer eine gute Möglichkeit, Überdosierungen von „Hausmitteln“ zu vermeiden.

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.“ (Paracelsus) – Erst letztens las ich von einer Frau, die HUNDERTE!!!? Teebeutel täglich zubereitete und trank – Diagnose Fluorose. Ist grüner Tee deswegen per se schädlich? Wohl kaum, aber können so viele Liter einer FLüssigkeit gesund sein? Es gibt schließlich auch Wasservergiftungen. Ich für meinen Teil ziehe daraus die Allerweltsfloskel „Vieles, aber in Maßen“ – und wenn mich Jiaogulan im Eigenanbau etwas gelehrt hat dann ist es wohl Geduld, Geduld und nochmals Geduld. Keine schlechte Sache für ein „Adaptogen“, allein der tägliche Anblick der Wachstumsfortschritte ist entzückend und motivierend. Soll ja auch Stress entgegenwirken, die Gärtnerei. Und Grün soll auch eine entspannende Farbe sein. Was da alles zusammenkommt.. :-)

Jiaogulan im Topf

Jiaogulan im Topf

So viele Wörter, so viele Entdeckungen und viel Freude und erst einen Monat im Topf … das kann nur gut und noch besser werden!

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