Phantasiereise zum Entspannen: Der Saunabesuch

Der Saunabesuch – eine kostenlose Phantasiereise

Bevor wir mit der Phantasiereise beginnen, möchte ich Sie bitten, eine entspannte Sitzposition einzunehmen. Die Füße stehen fest auf dem Boden, der Rücken ist angelehnt (wenn Sie mögen auch ein wenig rund). Die Arme ruhen auf Ihren Oberschenkeln. Wenn Sie möchten, können Sie sich auch hinlegen, der Rücken liegt dabei „satt“ auf dem Boden, die Arme liegen locker neben Ihnen, die Füße fallen leicht nach außen.
Achten Sie jetzt auf Ihre Atmung. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die leichten Bewegungen, die Ihre Atmung ganz ohne Ihr Zutun vollzieht. Mit jedem Einatmen hebt sich die Bauchdecke ein wenig. Und mit jedem Ausatmen sinkt sie auch wieder. Dies geschieht ganz von alleine, sie brauchen nichts weiter tun.
Genießen Sie für einige Minuten Ihre angenehme Sitz- oder Liegeposition und beobachten Sie Ihre Atmung.
Versuchen Sie nun, Ihre Atmung ein wenig zu steuern. Atmen sie mit jedem Mal ein wenig tiefer ein und noch ein wenig mehr aus. Mit jedem tieferen Atemzug entweicht der letzte, verbrauchte Rest Luft aus Ihnen. Fangen wir nun mit der Imaginationsübung an.

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einer Sauna.
Sie haben gerade auf Ihrem Handtuch Platz genommen und fangen an, Ihre Umgebung wahrzunehmen.
Was für eine Farbe hat ihr Handtuch? Ist es schön flauschig?
In der Saunakabine erklingt im Hintergrund ein wenig Musik. Die Lautstärke ist genau richtig, um die Musik wahrzunehmen, aber leise genug, um nicht zu stören. Vielleicht kennen Sie dieses Stück ja? Ist es vielleicht klassische Musik mit ruhigen Klaviertönen? Oder aber ist es ein Lied von Enya? Sie können die Augen schließen, die Wärme und die Musik genießen.

Nach einigen Minuten betritt ein netter Bademeister mit einem großen Topf die Sauna und schüttet eine frische Kräuteressenz in den großen Messingtopf über dem Ofen. Es zischt und dampft für einen kurzen Augenblick. Der Bademeister wedelt einige Male mit dem Handtuch, um die Luft zu verteilen. Sie spüren die angenehm heißen Luftzüge auf der Stirn und erschnuppern schon einige Duftnoten der Kräuter.

Was für Kräuter können Sie riechen? Vielleicht eine Ihrer Lieblingsteesorten? Vielleicht riecht es nach Fenchel, nach Anis oder nach Jasmin – der Duft breitet sich langsam in der ganzen Kabine aus und mit jedem Atemzug nehmen Sie mehr von dem wohltuenden Duft und seinen ätherischen Ölen auf.

Was sehen Sie noch in Ihrer Saunakabine? Sehen Sie vielleicht bunte Lämpchen an der Decke, die ab und an ihre Farbe wechseln? Betrachten Sie diese für eine Weile. Welche Farben gefallen Ihnen besonders gut?
Sie fühlen sich an einen funkelnden Sternenhimmel erinnert, vielleicht erinnern Sie sich auch an sternenklare Nächte, die Sie mit ihren liebsten Freunden unter freiem Himmel verbracht haben – das Leuchten der „Sternenlämpchen“ wirkt entspannend, ausgleichend und inspirierend zugleich auf Sie.

Ihr Blick schweift weiter in der Saunakabine umher – Sie erblicken auch das Fenster, das in die Holzwand eingearbeitet ist. Schauen Sie einmal heraus – was sehen Sie?
Vielleicht haben Sie einen wunderschönen Ausblick auf ein nahe liegendes Gewässer, auf ein lauschiges Wäldchen oder auf einen formschön angepflanzten Garten, in welchem Sie später noch Ihren Abkühlspaziergang unternehmen können? Vielleicht weht draußen ein kräftiger Wind und Sie sehen, wie sich die Pflanzen im Wind hin und her bewegen – umso angenehmer spüren sie die allgegenwärtige Wärme in der Saunakabine.

Sie sitzen nun schon einige Minuten in der Saunakabine – merken Sie schon, wie Ihnen der Schweiß auf der Stirn steht? Wie kleine salzartige Regentropfen tropft es von Ihrer Stirn und Ihren Lippen – schmecken Sie den leicht salzigen Geschmack auf Ihren Lippen? Bemerken Sie auch, wie manche Schweißtopfen Ihren Nacken und Rücken hinunter „laufen“? Dabei hinterlässt jeder Schweißtropfen ein angenehmes Gefühl von Kühle – manchmal kitzelt es auch ganz leicht und angenehm.

Langsam aber sicher bereiten Sie sich darauf vor, die Saunakabine zu verlassen – falls Sie den Saunadurchgang liegend verbracht haben, richten Sie sich vorher langsam auf und lassen Ihren Kreislauf wieder langsam in Fahrt kommen. Wenn Ihnen danach ist, stehen Sie auf und verlassen die warme Saunakabine, um sich nun an der frischen Luft und unter der kalten Dusche abzukühlen.
Beenden Sie nun auch Ihre Phantasiereise, öffnen Sie Ihre Augen, atmen Sie mehrmals tief ein und aus, spannen Sie die Arme und Beine abwechselnd an. Sie fühlen sich erholt und entspannt, wie nach einem echten Besuch in der Sauna. Wann immer Sie möchten, können Sie in Gedanken an diesen Ort zurückkehren. Vielleicht ist es beim nächsten Besuch ein anderer Geruch, eine andere Aussicht oder eine ganz andere Sauna? Ihrer Phantasie sind keinerlei Grenzen gesetzt.

Phantasiereisen

Phantasiereisen können als Entspannungstechnik benutzt werden, um die Aufmerksamkeit von belastenden Ereignissen abzulenken und den Fokus auf schöne Erinnerungen oder Vorstellungen zu richten.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es die vorgestellten Erlebnisse, Orte wirklich gibt – die eigene Phantasie kann auch völlig neue, unbekannte Dinge schaffen, welche man genießen kann. Jedoch empfiehlt es sich für „Anfänger“, mit fest verankerten, positiven Erinnerungen zu beginnen. Dies erleichtert den Einstieg und erhöht die Erfolgschance, sich wahrhaftig und bildhaft an einen schönen Ort / in einen schönen Moment hinein zu denken.

Es muss aber nicht nur bei der bloßen Vorstellung eines Ortes bleiben; die Phantasiereise kann ebenso detailreich und „realistisch“ werden. Wie schmecken z.B. die ersten selbst gepflückten Äpfel, die man im eigenen Garten geerntet hat? Was für ein Duft lag unter diesem Apfelbaum in der Luft? Wie sah der Himmel aus und wie fühlte sich das Gras an den Füßen an? All das sind scheinbar kleine, aber im Gesamtpaket groß wirkende Dinge, welche der Phantasiereise ihren entspannenden Charakter verleihen.
Je detailreicher und „greifbarer“ das Ziel der Phantasiereise imaginiert wird, desto eher gelingt es mit Hilfe der Phantasiereise vom Alltagsstress zu entfliehen und sich völlig auf die positiven Vorstellungen und Gedanken zu konzentrieren.

Thematisch ist dieser Entspannungstechnik, wie der Phantasie selbst, keine Grenze gesetzt. Eine besonders schöne Urlaubserinnerung, eine Unterwasserwelt, ein verzaubertes Schloss auf einem Berg oder aber auch ein „alltäglicher“ (aber schöner) Herbstspaziergang – lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf.

Phantasiereise zum Thema Winter für Kinder

Eine kleine, kostenlose Phantasiereise zum Thema Winter. Speziell für Kinder ausgedacht – würde mich über Feedback via E-Mail freuen, ob so etwas im Kindergarten verwendet werden kann.

Ich möchte dich einladen, eine kleine gedankliche Reise zu machen. Das Ziel ist das Winterwunderland. Bevor wir gemeinsam dorthin aufbrechen, kannst du es dir bequem machen. Setze oder lege dich so hin, dass es für dich angenehm ist. Wenn du magst, kannst du auch deine Augen schließen. Für einen kurzen Augenblick achtest du besonders auf deine Atmung. Wie sich deine Bauchdecke mit dem Einatmen anhebt und mit dem Ausatmen wieder absenkt. Ganz ohne dein Zutun. Ein und aus.

In Gedanken öffnest du deine Augen und findest dich mitten im Winterwunderland wieder. Du stehst auf einer großen, schneebedeckten Wiese. Der Schnee funkelt im Sonnenlicht, ohne dich zu blenden. Die Luft ist angenehm frisch und knackig kalt, die Sonnenstrahlen wärmen dein Gesicht ganz leicht.

Du schaust dich um. Du entdeckst zahlreiche Kinder, die umher tollen. Einige von ihnen bauen fleißig Schneemänner, so groß wie sie selbst. Andere wiederum rutschen mit ihren Schlitten den Hügel hinunter, welcher sich am Rand der Wiese befindet.

Ist das nicht toll? Viele bunte Pudelmützen und bunte Schneejacken auf der großen, weißen Fläche – dazu viele freudige Ausrufe und über beide Ohren strahlende Gesichter. Manche Kinder fragen dich, ob du mit ihnen den Hang herunter rodeln möchtest, andere wiederum helfen dir, einen Schneemann – so groß wie du selbst – zu bauen. Ja, sogar bunte, passende Mützen und Schals schenken sie deinem Schneemann, der nun richtig toll und ausgehfertig aussieht.

Durch deine Handschuhe spürst du ganz leicht die Kälte von dem Pulverschnee. Der Pulverschnee ist weich, aber er lässt sich mit ein wenig Druck ganz einfach zusammendrücken oder zu Kugeln formen. Wirf ihn doch einmal in Pulverform nach oben und mache dein eigenes Schneegestöber! Merkst du, wie einzelne Schneeflocken auf deinen Wangen landen und wie sie dort nach und nach schmelzen?

Versuche doch einmal, einige Schneeflocken mit deiner Zunge zu fangen. Mhmhmhmhm, im Winterwunderland schmeckt der Schnee wie das Eis aus deiner Lieblingseisdiele. Schokoladig, nach Erdbeere, Banane, Walnuss, Vanille – jede Schneeflocke schmeckt anders.

Du verweilst noch ein wenig im Winterwunderland – vielleicht hast du ja Lust, noch einen Schneemann zu bauen? Oder du fährst eine Runde Schlittschuh auf einem zugefrorenen See, wo schon andere Kinder ihre Runden drehen.

Obwohl es hier kalt ist, ist dir nach der ganzen spaßigen Betätigung ganz warm – deine Hände sind warm, deine Ohren, dein ganzes Gesicht – dein ganzer Körper ist angenehm und strömend warm.

Langsam aber sicher bereitest du dich darauf vor, das Winterwunderland wieder zu verlassen – von einigen Kindern verabschiedest du dich, sie sagen dir, dass du jederzeit wiederkommen kannst und dass es sehr viel Spaß gemacht hat, mit dir zu spielen.

Du öffnest nun auch in der Wirklichkeit deine Augen. Du atmest einige Male tief ein und aus. Strecke dich ein wenig und bewege langsam deine Arme und Beine, so als wenn du morgens aufstehen würdest.

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