Jiaogulan: Sommer, Sonne und fast schon unheimliches Wachstum

Über ein Monat ist vergangen, für Mutter Natur ist das natürlich keine Zeitspanne, für den Menschen je nach Gemütslage nichts oder eine halbe Ewigkeit – für die Pflanze war es eine recht aktive Zeit. Wie ich gehofft hatte, sie mag es scheinbar nicht sooooooo dunkel und dieses feuchte, subtropische Klima mit Außentemperaturen um die 35°C das auch nach drinnen zieht, scheint der Dschungelpflanze sehr gut zu bekommen.

Vorsichtig optimistisch geäußert: diesmal hat es mit der Vermehrung durch Absenker bzw „Absenken“ funktioniert, am Anfang war es einfach nur ein sehr langer Trieb mit einigen ausgebildeten Blattpaaren, mittlerweile erheben sich diese Blattpaare (anfangs lagen sie locker fixiert auf der Erde, wobei ich mit ein wenig Draht nachgeholfen hab, die „Augen“ bzw. die Knotenpunkte in Kontakt mit Erde zu halten) Stück für Stück.

Jiaogulan Absenker-Vermehrung

Jiaogulan Absenker-Vermehrung

Sollte das funktionieren, wäre diese Gruppe wohl prädestiniert dazu, in einer Hänge-Ampel zu wachsen, diese Bauerei mit den Stockgerüsten ist bei so einer aktiven PFlanze alles andere als entspannt. ;-)

Die Mutterpflanzen wachsen und wachsen, die Ausläufer müssen fleißig gewickelt und geführt werden, alternativ kommt die Schere zum Einsatz und man hat nach einigen Tagen wieder einen Steckling mit Wurzeln und an einem Ausläufer Ruhe – zwei Fliegen mit einer Klappe. 2 Stäbchen Langzeitdünger, der eigentlich für 6 Monate halten soll, haben sich in diesem Monat schon in beiden Töpfen aufgelöst. Gefräßig ist wohl gar kein Ausdruck dafür. Oder die Inhaltsstoffe sind jetzt einfach nur gelöst in der Erde und werden nach und nach aufgenommen, das würde mehr Sinn ergeben. Der Topf wird einer Pflanze scheinbar zu klein, sie wächst unten heraus (durch die Abflusslöcher des Topfs), ich denke damit ist ein Kandidat fürs große Umtopfen und vielleicht sogar für die harte Realität an der frischen Luft gefunden.

Jiaogulan wird der Topf zu klein und waechst unten heraus

Jiaogulan wird der Topf zu klein und waechst unten heraus

Zurück zu den Stecklingen: alle sind grün, einer wächst sogar so gut, dass man Fortschritte erkennen kann (ein Anderer bleibt vital grün aber ein oberirdisches Wachstum konnte ich noch nicht wirklich bemerken), neue Blätter wurden gebildet und der einzelne Stab wurde erklommen. Das dürfte Sohnemann Nummer 1 und quasi Mutterpflanze Nummer 3 werden.

Jiaogulan Steckling bildet neue Blaetter

Jiaogulan Steckling bildet neue Blaetter

Jiaogulan Steckling in Humus

Jiaogulan Steckling in Humus

Dieser Ministeckling sieht vielleicht nach wenig aus, hatte aber Wurzeln, die fast bis zum Rand des Topfs reichten. Sofern diese das Eintopfen überstanden haben, dürfte der bald durch die Decke wachsen :-)

Im engen Flur ist es weiterhin schwierig, die Gesamtheit des Wachstums zu knipsen, vielleicht erkennt man es besser im Hochformat?

Jiaogulan wuchert fleissig

Jiaogulan wuchert fleissig

Fazit: Jiaogulan mag Dschungel-Klima, mag abwechselnd Sonne/Schatten in vernünftiger Dosierung (wie der Mensch ;-), ist ganz schön nährstoffhungrig, ist wirklich unproblematisch mit Stecklingen zu vermehren, braucht (wie der Mensch ;-)) regelmäßig Wassernachschub, allein damit der Topf nicht zu leicht wird – der nächste wird aus massivem Stein, die Pflanze wird ja nicht leichter.