Entspannung im Alltag

Entspannung ist ein großes Thema. Viele vermissen sie, viele jagen sie, andere haben den Weg zur Entspannung verlernt, andere haben ihn scheinbar gefunden. Entspannung ist eine individuelle Geschichte – Ratgeber können nicht auf jeden individuellen Wesenstyp eingehen und 100%ig passen – das bedeutet: jeder muss für sich selbst herausfinden, was für ein „Typ“ er ist, wohin seine Tendenzen und Neigungen zeigen, was ihm liegt, was ihm nicht liegt. So kann auch die folgende, im Brainstorming entstandene Liste, nur als Denkanstoß gelten. Eine „komplette Liste zur garantierten Entspannung“ ist utopisch. Was den einen entspannt, kann für den anderen schon wieder Stress bedeuten. Nicht jeder mag einfach still herumliegen und Musik hören, nicht jeder findet es entspannend, sich beim Sport zu verausgaben – wiederum andere bekommen bei beruhigenden Düften Kopfschmerzen.. und so weiter. Dementsprechend gilt folgender Ratschlag für das Lesen dieser Auflistung: schön entspannt an die Sache gehen – nicht alles muss passen, nicht alles muss funktionieren!

  • Tee trinken. Winter wie Sommer, der angenehme Geruch einer favorisierten Teesorte gibt Geborgenheit und Sicherheit, der gute Geschmack lenkt die Gedanken auf ein durch und durch genussvolles Erleben des jetzigen Moments – vielleicht sind mit diesem Tee auch besondere Erinnerungen verknüpft? So oder so, Tee ist nicht nur gesund, das Trinken einer schönen Tasse Tee kann als Genuss zelebriert werden – Entspannung in wenigen Minuten, während der Teebeutel oder das Teeei in der Tasse schwimmt, Entspannung, während man Schluck für Schluck genießt.
  • Einfach mal die Außenwelt vergessen und Musik hören. Je nach Gusto kann diese Form der Entspannung sehr unterschiedlich gestaltet werden. Kopfhörer auf die Ohren (bitte an die Lautstärke denken, die Gesundheit der Ohren sollte im Vordergrund stehen!), CD in den CD-Player oder sogar eine alte Schallplatte – erlaubt ist, was Freude bringt. Sich bequem hinsetzen und einfach mal für einige Minuten die (momentanen) Lieblingslieder anhören. Intensiv hinhören, Note für Note. Auch noch mal den Text genauer unter die Lupe nehmen. Dann wiederum sich nur von dem Gesamtwerk einlullen lassen – die Stimme, die Melodie wirken lassen. Dem einen reichen hier schon 3-5 Minuten, auch das ist eine individuelle Angelegenheit. Sicherlich, „man“ sagt, dass klassische Musik und ähnlich gelagerte Musikrichtungen eher beruhigen sollen – aber auch hier spielt der persönliche Geschmack eine nicht zu verachtende Rolle. Wer partout mit Klassik nichts anfangen kann.. der kann ebenso gut bei Elektromusik, Rock und Pop oder Jazz entspannen – es geht darum, auf die eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu hören, denn wenn diese befriedigt werden, kann sich erst so richtig Entspannung breit machen.
  • Bewegung. Ein weitreichender Begriff. Darunter kann man einen schönen, gemütlichen Spaziergang verstehen. Darunter kann das Fitnessstudio (mit Musik in den Ohren?) gemeint sein, die ausgedehnte Radtour oder das Power-Workout beim Yoga – Bewegung und Sport können alleine vollzogen werden, können in Gruppen veranstaltet werden. Wichtig ist dabei, seine eigenen Grenzen zu realisieren und auch zu akzeptieren. Sonst kann die Angelegenheit schnell kippen und es artet in Stress um – Höchstleistungen werden an genug Ecken im Leben gefordert; bei Sport und Bewegung sollte das nicht der dominierende Part sein. Was alleine schon ein Spaziergang an der frischen Luft bewirken kann, keine 30 Minuten und man hat etwas für die Gesundheit, das eigene Wohlbefinden und die innere Ausgeglichenheit getan. Herz-Kreislaufsystem sagen ebenso danke wie der Kopf, der mit frischer Luft gleich neuen Schwung für neue Ideen erhalten hat. Dass anschließend Glückshormone vom Körper ausgeschüttet werden ist ein weiterer, positiver Nebeneffekt, der zur Entspannung beitragen kann.
  • Hobbys. Hobbys sind angenehme Tätigkeiten, die man entweder gerade erlernt oder schon erlernt hat – nichts entspannt mehr, als einer kreativen, „schaffenden“ Tätigkeit nachzugehen, die einen mit Stolz, Begeisterung und Freude erfüllt. Sport kann ein Hobby sein. Künstlerische Aktivitäten können ein Hobby sein, vom Malen, Zeichnen bis zum Speckstein – je nach Veranlagung und Begabung gibt es für Theoretiker und Praktiker gleichermaßen viele Bereiche, sich auszutoben und zu verwirklichen. Hobbys können „in Ruhe“, oder in „angeregter Atmosphäre“ ausgeführt werden, man kann Malkurse besuchen oder auf Exkursionen gehen – oder aber sich Zuhause einen Ort für sein Hobby einrichten – eine Malecke, einen Bastelkeller oder wer gerne im Garten werkelt, der kann sein grünes Reich auch als große „Werkstatt“ betrachten. Hobbys sorgen für Erfolgserlebnisse und Zufriedenheit – Erfahrungen, die essentiell mit einem entspannten Zustand zu tun haben. Denn nur, wer mit sich zufrieden ist, wer auch im Hobby Herausforderungen gemeistert hat, kann entspannt an neue Herausforderungen herantreten. Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit sind die Stichworte.
  • Das Schreiben ist für viele Menschen auch eine sehr beliebte Tätigkeit, sich zu entspannen. Ob es Tagebücher sind, ob es Kolumnen, Leserbriefe oder Blogs sind – das Schreiben ist ein kreativer Prozess, der einen völlig vereinnahmen kann – man kann erlebte Dinge niederschreiben, sie noch einmal betrachten und reflektieren und auch verarbeiten. Papier ist geduldig. Sachen, die einen aus der Haut fahren ließen, sind einen Tag später, wenn man sie durchliest, vielleicht gar nicht mehr so stressauslösend, wie man dachte. Neue Perspektiven werden aufgezeigt, der Horizont wird erweitert. Über viele Dinge kann man in der Rückblende auch eher schmunzeln. „Hinterher ist man immer schlauer“, sagt der Volksmund.
  • Soziale Kontakte. Klingt banal, aber auch das Gegenteil von „Alleinsein, für sich sein“ kann immens zur eigenen Entspannung beitragen. Freunde und gute Bekannte haben meistens offene Ohren für einen. Sie hören zu, geben Ratschläge und sehen Sachen vielleicht ganz anders. Das wiederum lässt anfangs groß wirkende Probleme schnell schrumpfen. Wie oft hat man nicht schon die Erfahrung gemacht, dass andere Menschen ähnliche „stressige Zeiten“ durchgemacht haben und jetzt einen Ratschlag parat haben? Nehmen Sie diese Hilfe ruhig an! Auch ein entspannter Plausch kann wahre Wunder bewirken. Einfach irgendwo im Café sitzen und tratschen. Einfach irgendwo am See sitzen und ein Picknick veranstalten. Einfach mal wieder in einer Gruppe ins Kino gehen und sich kaputt lachen und den Alltag darüber vergessen – soziale Kontakte sind so vielfältig, wie man sie selbst gestaltet. Nicht jeder Freund und jeder Bekannte ist für alle „Themenbereiche“ gleich gut geeignet..aber muss er das denn? Jeder besitzt andere Qualitäten – Möglichkeiten zu Kompromissen und neuen, möglicherweise positiven Erfahrungen, gibt es immer!