Jiaogulan: Es ist Frühling und wir schreiben das Jahr 2015

Das war ein vergleichsweise milder Winter, der sich jetzt mit einem sehr trüben, nass-kalten Frühlings(anfang) rächt. Viele Wolken, wenig Sonne, wenn Sonne, dann nur ein wenig Erwärmung hinter Autoscheiben, ansonsten nieselig, grau, ungemütlich – aber anscheinend macht Jiaogulan das weit weniger aus, als ich befürchtete. Zwar ist oberflächlich alles verwelkt, gelb, eingerollt und abgefallen (und wurde schlussendlich von mir auch abgeschnitten), doch die neuen Triebe und Blattansätze sieht man jetzt schon wieder – jetzt, nachdem es unterirdisch bestimmt auch schon viele Meter Wurzeln gibt, die fleißig Nährstoffe aufsaugen.. Wachstumsturbo für Mai 2015 sehnlichst erwartet. :-)

jiaogulan

jiaogulan

Jiaogulan drinnen überwintern stellte auch kein großes Problem dar. Das Wachstum (augenscheinlich Zentimeter in wenigen Tagen) wurde zwar eingestellt und auch wurden viele Jiaogulan-Blätter gelb und kraftlos, doch drinnen scheint das bisschen Sonne völlig auszureichen, um alle Wachstumskräfte und -prozesse wieder anzuregen, man kann wieder förmlich beim Wachsen auf der Fensterbank zusehen. Bei unter 20°C Flurtemperatur, nur windgeschützt, vielleicht 1x die Woche ein wenig gegossen (Trauermücken und andere Schädlinge, wir erinnern uns) und ansonsten nur im Vorbeigehen mit einigen Blicken gewürdigt.

Jiaogulan drinnen auf Fensterbank

Jiaogulan drinnen auf Fensterbank

Sobald die Nachttemperaturen sich merklich von der Null-Grad-Grenze entfernt haben, werden wohl alle Topfbewohner nach draußen umziehen. Mehr Platz, mehr Erde, mehr frische Luft – die noch immer anstehenden Tee selber machen Versuchsreihen werden viele Versuche und Blattopfer verschlingen… zwischen vertrocknen und verschimmeln muss der goldene Mittelweg liegen, immerhin ist fertig zu kaufender Jiaogulan-Tee ja auch getrocknet und die Blätter winzig von den Ausmaßen.. um sich schließlich im heißen Wasser auf beachtliche Größe zu entfalen (vergleichbar mit gerollten Oolongs) – das muss doch hinzubekommen sein?! :-)

Auf eigenwillige Art entspannend: Selbstmassage mit der Blackroll Orange PRO – Erfahrungsbericht

Es ist eine Weile her, da kam ein sehr interessanter Beitrag namens „Geheimnisvolle Faszien“ bei Quarks & Co (gibt es sogar noch hier zum anschauen) – Bindegewebe, das kannte ich ja nur in Verbindung mit Schwangerschaftsstreifen jeglicher Art und ob man von der Natur ein eher gutes oder eher schwaches Bindegewebe bekommen hat. Richtig interessant, es stützt, ist voller Nervenenden, reagiert auf Belastung, kann verkümmern, verfilzen/verkleben, gedehnt werden und eben auch durch Massage „ausgepresst“, erneuert und (re)aktiviert werden.

Hier kommt die Blackroll Orange ins Spiel, die ich auf gut Glück bestellt habe. Extra hart in Orange, wenn dann richtig, um nicht später von weicher als Standardhärte über Standardhärte zu härter als Standardhärte 3 dieser Rollen rumstehen zu haben, Augen zu und durch quasi – also ganz ehrlich… am Anfang habe ich mich dafür verflucht ;-)

Blackroll Orange liegend

Blackroll Orange liegend

Wenn man die Verpackung öffnet und begutachtet, könnte man erstaunt sein. Also ich war erstaunt. Klein und unscheinbar aber hübsch, mit Loch in der Mitte (Gewichtseinsparung) und „Made in Germany“ Aufdruck. In der Tat, da müffelt nichts nach Plastik, Weichmachern (ha, Weichmacher bei dieser harten Rolle wäre ja auch eher kontraproduktiv ;-) oder anderen Chemikalien: top!
Ein Poster mit den wichtigsten Übungen, eine Scheibe mit Videoanleitungen (die Zeit kann man sich sparen, im Internet sind diese ebenso abrufbar und auch von vielen anderen Vorturnern) und eben die Blackroll. Huch? Keine dicke Anleitung, Warnhinweise, Ausschlusskriterien, mögliche Nebenwirkungen, Warnungen vorher etwas mit dem Arzt abzusprechen? Im Paragraphenland Deutschland gibt es so was also auch noch; hat mich erstaunt aber irgendwie auch beruhigt, dass nicht noch x „Könnte dieses und jenes passieren“-Eventualitäten aufgelistet werden.

Die erste Benutzung war die Hölle. Ehrlich. Eine Mischung aus „ich habe viel zu selten Gymnastik gemacht“, bekomme keine Luft und eine unglaublich harte Rolle drückt mir den Rücken ein bis alles vorbei ist und DANN soll man auch noch ROLLEN! In den Schmerz hinein, auf den sogenannten Triggerpunkten AUSHARREN und schön einwirken lassen. Ich wiederhole es gerne: der erste Tag und die erste Benutzung war höllisch.
Es ist meiner Ansicht nach auf jeden Fall von Vorteil, wenn man ein wenig geübt mit statischen Gymnastikübungen ist und die Handgelenke es gewohnt sind, stützend zur Seite zu stehen, die Intensität der Blackroll beeinflusst man durch sein eigenes Körpergewicht. Je mehr man sich abstützen kann, ohne dass die Handgelenke meckern, umso einfacher könnte der Einstieg sein. Ich dachte mir aber, dass es ja peinlich wäre, es zurückzuschicken nach einer lausigen Anwendung. Zumal überall steht, dass der Anfang wirklich fies sein kann, könnt ja alles verklebt und untrainiert sein.

Blackroll Orange Made in Germany

Blackroll Orange Made in Germany

Also Schmerztränen wegwischen, Zähne zusammenbeißen und so gut es geht mit den Händen abgestützt rollen. Und wieder rollen. Ahhhhh, Triggerpunkt. Halten, halten, halten… ah, der Triggerpunkt ist nicht mehr ganz so beleidigt. Weiterrollen. Puuuuh, atmen atmen atmen nicht vergessen, arrrrrgh, wo ist bitte meine Fähigkeit, sich mit bloßer Muskelkraft zu stabilisieren? Hallo, Bauchmuskeln, könntet ihr mal bitte…? Uff…
Die allererste Begegnung mit der Blackroll Orange war bestimmt keine 10 Minuten, die haben mir aber gereicht… ;-)

Das fiel mir auf: da entwickelt sich eine richtige Wärme. Ich dachte erst die Rolle erhitzt sich aber Pustekuchen, das war ich! Es war auch nicht die Haut, die vor Reibung und Rollung glühte, das war eher eine Ebene tiefer – hey, Muskeln? Oder etwa doch die hier so gerühmten Faszien? Egal was es jetzt genau ist; diese Wärme war richtig schön und auch viele Minuten spürbar – ein herrliches Gefühl, sich selbst dieses Gefühl des Durchknetens zu bescheren.
Die Rolle ist unnachgiebig in jeglicher Hinsicht, das EPP (expandierte Polypropylen) ist völlig unbeeindruckt vom Körpergewicht und ist einfach nur hart und stabil. Problemlos auf Isomatte und Teppichboden benutzt, sie rollt, ohne zu verrutschen, lässt sich an den Triggerpunkten anhalten.

Ich gehe gerade in die zweite Woche und habe mich auch dazu entschlossen, sie zu behalten. Der Übungseffekt ging bei mir super schnell. Man wird auf vielfältige Art besser: mehr Ausdauer in den Handgelenken und Bauchmuskeln beim Abstützen und Variieren des Gewichts, mehr Schmerztoleranz, mehr Feingefühl, wie schnell man rollen möchte, die Atmung vergisst man auch nicht mehr und mittlerweile kann ich schon den oberen Rücken abrollen und meine Hände und Arme am Körper lassen, währenddessen knacken die Wirbel fröhlich vor sich hin und die Wärme macht sich breit – ein herrliches Gefühl!

Blackroll Orange mit Loch in der Mitte

Blackroll Orange mit Loch in der Mitte

Ob es meine persönliche Problemzone Kreuzbein/ISG-Gelenk entschärfen kann? Ich fände es wunderbar. Besser aus dem Liegen aufstehen war nach einigen Tagen Blackrolltraining machbar, allein dafür wollte ich sie behalten und als lohnenden Versuch ansehen.

Persönliches Vorhaben: seitliches Rollen ertragen können. Seitlich am Oberschenken und Rücken entlang ist noch sehr fies, das werde ich in vielen kurzen Einheiten so lange probieren, bis es besser geht. Wäre doch gelacht, wenn das nicht durch Beharrlichkeit ins Rollen kommen könnte.
Von vorne bis hinten ohne stützende Arme abrollen können – Gymnastikprofis und Sportler, die in den Videos vorturnen haben damit natürlich keine Probleme aber ich hoffe mal, dass es da draußen auch Individuen wie mich gibt, die nicht so sportlich sind. Kann euch aber sagen: es wird schnell besser, quasi weniger schrecklich und das Gefühl, wenn man es geschafft hat kommt echt einer Massage gleich. Entspannt, durchgerollt und mit gerade hochaktiven Faszien – mal sehen, wie das nach 2, 3 Monaten aussieht. Werde diesen Eintrag bestimmt öfters aktualisieren. :-)

Hier noch eine Videoübersichtsseite

Nachtrag 28.02.2014: Ohje, musste den Beitrag aus dem Suchmaschinencache herauskopieren weil mein Backup zu alt war und ich in der Datenbankverwaltung beim Löschen einige Haken zu viel gesetzt habe. :-(
Müsste aber alles wieder da sein!

Nachtrag: Ich habe jetzt schon sehr oft gelesen und gehört, dass man unbedingt den unteren Rücken zum Schutz der Wirbelsäule auslassen sollte.

„Wenn der Herbst seine Farben verliert, kommt erst der wahre Herbst“ (Joachim Günther, Findlinge)

herbstliche Rose

herbstliche Rose

Das Motto lautet also: so viele Farbeindrücke, Sonnenschein und damit Vitamin D einfangen, wie ein jeder (ver)mag – von Erinnerungen kann man eine ganze Weile zehren, während Schneeflocken rieseln und dunkle Schleier das Aufstehen zu einem Anlaufmarathon werden lassen.

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